SAVE 20260526 142114

Biografie Sally Simons 

Sally Simons wird am  7. April 1900 in Ichendorf  geboren. Er entstammt einer weitverzweigten jüdischen Familie. Wie die meisten seiner männlichen Verwandten arbeitet er als Kaufmann. 

Als die Entrechtung der jüdischen Bevölkerung immer offensichtlicher wird, zieht Simons 1938 nach Köln. Vom Leben in der Großstadt erhofft er sich eine größere Anonymität und dadurch Freiheit. Diese Erwartungen erfüllen sich nicht. Er schreibt in einem Brief: „Die Zustände waren für uns unerträglich geworden, einen großen Judenstern auf der Brust und du warst gekennzeichnet. Kino, Kaffee usw. alles verboten für uns. Straßenbahn, Omnibus, verboten,  von Freunden nicht mehr besehen, wie ein scheues Tier ging man zur Arbeit.“ 

Im Rahmen der ersten Deportationen  werden Sally Simons und seine Kölner Frau Rosalind  ins Rigaer Ghetto gebracht. Rückblickend  schreibt er: „Im November 1941 ging der zweite Zug Juden aus Köln nach dem Osten. In der Messehalle Köln-Deutz war der Sammelpunkt. Jeder konnte 50 kg Gepäck mitnehmen (…) natürlich alles auf „nimmer Wiedersehen“. Da standen die Menschen mit ihren Koffern und Rucksäcken, Alte und Kinder, mit Angst in den Augen, wo geht es hin mit uns? Als wir Abschied nehmen, hatten wir das Gefühl, dass es für uns kein Wiedersehen geben wird.“ 

Rosalind Simons wird bald nach der Ankunft  in Riga erschossen, Sally Simons überlebt wie ein Wunder mehrere KZs. Während dieser Zeit erlebt er unzählige Massenhinrichtungen und unsägliche Grausamkeiten.   

Trotz dieser Erfahrungen kehrt Simons Ende 1945  in seine alte Heimat zurück. Er beschreibt das Ankommen: „Hier geht alles seinen alten Weg weiter, Nazis ist keiner gewesen. Von Wiedergutmachung noch keine Spur. Wir werden jetzt wieder als Deutsche gehalten und dürfen uns am Aufbau und durch Steuerzahlen tüchtig beteiligen. Wer gibt uns die 12 Jahre zurück, dabei fast 5 Jahre in Kz Lagern!“ 

Trotz dieser Enttäuschung fängt er noch einmal neu an. Er heiratet, arbeitet wieder als Kaufmann, engagiert sich in der Kommunalpolitik und in Vereinen wie z.B.  in der Feuerwehr, in der Schützenbruderschaft und im Radfahrverein Staubwolke. Für sein Engagement erhält er das Bundesverdienstkreuz. 

Von seinem Leid berichtet er kaum jemand. Im Rahmen der  Prozesse gegen den Kriegsverbrecher G. Maywald wird Simons jedoch zu einem wichtigen Zeugen. 

Verein für Geschichte und Heimatkunde Quadrath Ichendorf 1985 e.V: