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hintergrund 2021Mein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Das war in diesem Jahr der Mittelpunkt für unseren Adventskalender

An 24 Tagen haben wir Ihnen jeweils ein Buch vorgestellt.

Bei der Erstellung des Kalenders haben wir selber, viele neue Bücher kennengelernt. 

Auf Wunsch vieler Leser, finden Sie hier die Buchtipps zum Nachlesen.

Ab 2022 werden wir Ihnen einmal im Monat ein Buch vorstellen. Wir sind gespannt, ob wir auch Buchtipps von Ihnen erhalten.

 


Das WeihnachtsgeheimnisMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Das Weihnachtsgeheimnis


Autor: Jostein Gaarder

erschienen im dtv Verlag

Advent – Der Advent ist häufig die Zeit der hektischen Geschenkekäufe, der sich überschneidenden Weihnachtsfeiern und der Glühweinabende mit Kollegen oder Freunden. Aber es sollte auch die Zeit sein, ganz ruhig zu werden, inne zu halten und es sich mit einer Kuscheldecke, einem warmen Kakao und einem guten Buch auf der Couch bequem zu machen.

Damit Euch bis Weihnachten der Lesestoff für den gemütlichen Teil des Advents nicht ausgeht, verbirgt sich dieses Jahr hinter jedem Türchen eine wunderbare Buchempfehlung. Diese sind so unterschiedlich wie wir selbst. Wir hoffen, dass für jeden und jede von Euch zumindest ein Schmankerl dabei ist.

Für den heutigen ersten Dezember möchte ich Euch ein Buch ans Herz legen, welches mich bereits als Kind verzaubert hat und welches seinen Zauber auch nach vielen Jahren und häufigem Lesen nicht verloren hat. Es eignet sich auch wunderbar als Vorleselektüre für Kinder und ist eine tolle Alternative zum Schokoladen-Adventskalender.

Jostein Gaarder nimmt uns in „Das Weihnachtsgeheimnis“ in 24 kurzen Kapiteln mit auf eine wundersame Reise. Alles beginnt im verschneiten Norwegen der heutigen Zeit, wo der kleine Joachim unbedingt einen Adventskalender haben möchte. Es gibt nur noch einen alten, verstaubten, der aber wunderbar handgemacht ist. Komischerweise weiß auch der Ladenbesitzer nicht, wo dieser herkommt. Statt Süßigkeiten findet Joachim handgeschriebene Zettel in dem Kalender und ist anfangs ziemlich enttäuscht.

Aber dann taucht er gemeinsam mit seinen Eltern Tag für Tag ein, in die Pilgerreise der kleinen Elisabeth. Alles beginnt damit, dass sie in einem Kaufhaus einem Lamm nachjagt. Und plötzlich reist sie rückwärts in der Zeit und quer durch Europa. Joachim versucht sich abends auszumalen, was sich hinter dem nächsten Türchen verbergen könnte und doch kann er diese aberwitzige Geschichte keinesfalls erraten. Irgendwann ist aber klar, Elisabeths Reise geht zum Ursprung des Christentums – nach Bethlehem. Auf ihrer Reise begegnen ihr besondere Menschen, Tiere und andere Kreaturen, sie sammelt eine ganze Reihe von Mitreisenden und wertvolle Erfahrungen.

Joachim saugt die Geschichte auf. Aber parallel versucht er das Rätsel um den Adventskalender selbst zu lösen. Wo kommt dieser her? Wer hat ihn so wunderschön und einzigartig gestaltet? Könnte es vielleicht sein, dass es die Elisabeth aus dem Kalender auch im wirklichen Leben gibt? Auf die Antworten zu all diesen Fragen müssen Joachim und seine Eltern ebenso wie wir als Lesende bis zum 24. Dezember und dem letzten Türchen / Kapitel abwarten…

Jennifer Hopp

Leseprobe


als ich einmal in den canal grande fielMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI       

Als ich einmal in den Canal Grande fiel    


Autorin: Petra Reski

erschienen im Droemer Verlag 2021


Es gibt kaum eine Stadt, über die die Menschen so gegensätzlich urteilen wie Venedig: „Traumhafte Stadt! Die Ruhe! Das Wasser! Der venezianische Karneval!“ schwärmen die einen. „Touristenmassen! Hochwasser! Zerstörerische Kreuzfahrtschiffe!“ stöhnen die anderen.

Was ist richtig? Sicherlich beides. Petra Reski ist eine deutsche Journalistin und Buchautorin, die seit 30 Jahren in Venedig lebt. Dort hingezogen ist sie wegen der Liebe. Einerseits zu ihrem Mann, einem Venezianer, Kunsthistoriker und Sammler. Anderseits liebt sie diese Stadt. Und kämpft für sie.

Im letzten Kapitel des Buches erfährt man, dass sie sich einer Bürgerinitiative angeschlossen hat: „Terra e Acqua“, auf deutsch: Erde und Wasser. Sie kämpft für die Erhaltung Venedigs, gegen die Umwandlung privater Wohnungen in AirBnB-Profitmaximierungsmaschinen, für die Interessen der Einwohner, gegen Spekulationsprojekte, Kreuzfahrtschiffe und vieles mehr.

Auf den 260 Seiten davor kann man erkennen, woher sie ihre Liebe zur Stadt, aber auch ihren Kampfeswillen nimmt. Sie erzählt von Alberto, einem alten Fischer, der sein Leben auf einem Fischerboot auf der Lagune verbracht hat, der Venedig im Herzen und auf der Zunge trägt. Als sie ihn eines Tages anruft, um sich mit ihm auf einen Plausch zu treffen, stellt sie fest: Er wohnt nicht mehr in Venedig, sondern in Mestre, auf dem Festland (Mestre ist für Venezianer das, was Bergheim für die Kölner ist…). Er musste die Fischerei aufgeben, weil der Verkehr mit schnellen Motorbooten in der Lagune ihn und sein altes langsames Holzboot verdrängt hat – der Autorin kommen die Tränen.

Sie räumt mit Touristen-Klischees auf, z.B. mit der Romantisierung von Harry’s Bar, in der Hemingway, Peggy Guggenheim, Gary Cooper, Orson Welles und andere Celebrities ihren Cocktail getrunken haben. Harry’s Bar ist klein, zugig, außerdem keine Bar, sondern ein Restaurant: „Mit kleinen Sesselchen, niedrigen Tischchen, zierlichem Besteck und winzigen Gläsern. Ein bisschen wie ein Kindergarten für Erwachsene.“ Sie hatte dort ihren späteren Mann, den „Venezianer an meiner Seite“, kennengelernt. Ihre erste Übereinstimmung: Diese Bar ist furchtbar, wir müssen unseren Drink woanders nehmen – eine Entscheidung fürs Leben.

Durch ihren Venezianer lernt sie das alte Cinema San Marco kennen – inzwischen verkauft an Benetton. Auch das Rokokotheater Ridotto: Benetton. Der „Fondaco dei Tedeschi“, ehemals ein Lagerhaus von deutschen Händlern, später das Hauptpostamt Venedigs – verscherbelt an Benetton. Immerhin: Auf der Dachterrasse dieses imposanten Gebäudes hat man einen eindrucksvollen Blick über die Rialto-Brücke auf den Canal Grande und weite Teile der „Serenissima“.

Der erste Eindruck beim Lesen dieses Buches: Oh je, wie traurig, Venedig geht dem Ruin entgegen. Wenn man trotzdem dabeibleibt, beschleicht einen zunehmend das starke Gefühl: Diese Stadt ist so einmalig, so schön, so bewundernswert, dass man sie nur lieben kann - dass man eigentlich für ihren Erhalt kämpfen muss. Zum Glück macht das Petra Reski für uns!

Bernd Woidtke

Leseprobe


ich bin okMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Ich bin o.k.

Du bist o.k.


Autor: Thomas A. Harris

erschienen im rowohlt Verlag

Obwohl ich in meiner Jugend viele Romane gelesen habe, ist keines davon auf der Liste meiner Lieblingsbücher bleibend gelandet. 

Einige gedruckte Werke haben es aber dennoch in meine persönliche Bestsellerliste geschafft – und dürften noch lange dort verweilen. Es handelt sich um Bücher, die kaum den Weg in die breite Öffentlichkeit gefunden haben. Dafür sind sie meist zu speziell.

Das Buch, was mir meistens als erstes in den Kopf kommt: „Ich bin o.k. - Du bist o.k.“ von Thomas Anthony Harris. In den 1980er Jahren wurde mir dieses Buch ans Herz gelegt, wie man so schön sagt. Eine Empfehlung, die meine Persönlichkeit nachhaltig beeinflusst hat. Für mich ein Glücksfall, den ich kaum mit vernünftigen Worten zu beschreiben vermag.

Harald Bous

Leseprobe


Das Ekel von dattelnMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Das Ekel von Datteln


Autoren: R. Junge / Leo P. Ard

erschienen im Grafit Verlag

Diese Buchempfehlung hängt sicherlich auch damit zusammen, dass sie in meiner Heimat, dem Ruhrgebiet, spielt. Zu einer Zeit, als der Niedergang von Kohle und Stahl den Alltag der Menschen bestimmte.

Der Einstieg in den Krimi ist schnell erzählt: Auf einer niederländischen Insel wird eine deutsche Chefsekretärin ermordet aufgefunden. Der Mörder kommt aber offenbar aus der deutschen Heimatstadt der jungen Frau – nahe dem Ruhrgebietsstädtchen Datteln. Der ermittelnde Kommissar stellt schnell fest, dass die politische und wirtschaftliche Prominenz des Ortes tief in Filz und Korruption verstrickt ist. Ständig hat die „Partei“, deren Name nicht weiter genannt wird, in allen örtlichen Machenschaften und Kungeleien ihre Finger mit drin.

Parallel dazu ermittelt die chronisch erfolglose, immer am Rande der Pleite stehende Filmgesellschaft PEGASUS, deren freie Mitarbeiter für das Regionalfernsehen immer auf der Suche nach einem Medienhighlight sind.

Der Reiz des Buches besteht zum einen in seinen Charakteren und dem Lokalkolorit, die jedem Ruhrgebietsklischee entsprechen – und gut geschrieben ist es auch noch. Zum anderen muss man als Autor aber erst einmal auf die Idee kommen, dass der mutmaßliche Obergauner der Story das politisch gut vernetzte „Ekel“ Gerd Roggenkämper ist, seines Zeichens Bürgermeister von Datteln.

Man kann sich vorstellen, welches Echo dieses Buch dort auslöste. Der echte Bürgermeister von Datteln, der sich persönlich angegriffen fühlte, hat die Autoren schließlich mit einer Klage überzogen. Nach den beiden Folgebänden „Die Waffen des Ekels“ und „Das Ekel schlägt zurück“ war die PEGASUS-Reihe dann auch schon beendet…..

Wer Geschmack an der Story und den Charakteren dieser Regionalkrimis gefunden hat: Alle 3 Bände sind im Grafit-Verlag als Taschenbuch erschienen.

Die beiden Autoren Reinhard Junge und Jürgen Pomorin (Pseudonym: Leo P. Ard ) stammen aus dem Ruhrgebiet. Inzwischen ist Leo P. Ard zu einem bekannten und mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichneten Drehbuchautor geworden (Tatort, Polizeiruf 110, Marie Brand u.a.).

Dieter Sauer

Leseprobe


der gesang der flusskrebseMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Gesang der Flusskrebse


Autorin: Delia Owens

erschienen bei hanserblau

Von Möwen, Meer und einem kleinen Mädchen

Der "Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens ist ein Meisterwerk

Um es direkt zu Anfang auf den Punkt zu bringen: Dieses Buch ist wunderbar. Einzigartig, traumhaft schön. Die Rede ist von „Der Gesang der Flusskrebse“. Seit Anfang des Jahres ist dieses  Meisterwerk der amerikanischen Autorin Delia Owens auch als Taschenbuch erhältlich. Beschreiben lässt sich die mitreißende Geschichte als eine Mischung aus Familiengeschichte, Naturbeschreibung, Liebesroman und Krimi. Eine ungewöhnliche Kombination, die gelingt. Im Zentrum steht Kaya, das jüngste Kind einer Großfamilie, die in den 1960er Jahren im Marschland North Carolinas lebt. Ihr Zuhause ist eine Holzhütte ohne fließendes Wasser, ohne Strom und ohne Nachbarn. Im Alter von zehn Jahren muss sie sich, verlassen von allen anderen Familienmitgliedern, allein durchs Leben schlagen. Ihr Leben ist eng mit der Natur verbunden. Sie beobachtet und dokumentiert Flora und Fauna und entwickelt ich zur Expertin des Marschlandes. Freunde hat sie kaum. Nur zu Jumpin‘ und seiner Frau Mabel, beide schwarz und ausgegrenzt, hat sie Kontakt. Den Menschen in der nahegelegenen Kleinstadt geht sie aus dem Weg. Zweimal verliebt sie sich und wird enttäuscht. Doch das Glück kehrt auch zu ihr zurück.

Der Roman ist eine einfühlsame, wortgewandte Schilderung des harten Lebens einer jungen Frau, eingebettet in eine bildgewaltige Schilderung der Natur. Kritisch, aber nicht mit dem Zeigefinger, skizziert die Autorin die soziale Wirklichkeit im Amerika der 1960er Jahre. Spannend bis zum letzten Wort muss man Kya einfach folgen, wird in ihr Leben hinein gezogen. Unbedingt lesen!

Birgit Broich-Jansen

Leseprobe


hingabe an gottes vorsehungMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Hingabe an Gottes Vorsehung


Autor: Jean-Pierre de Caussade 

erschienen im Benziger Verlag GmbH

Wer einen technischen Gegenstand kauft, erwartet zu Recht, dass dieser perfekt funktioniert. Tut er es nicht, taugt er zu nichts, muss umgetauscht oder repariert werden.

Perfekt möchten auch wir Menschen im Alltag erscheinen, perfekt gestylt, perfekt gekleidet, perfekt ausgebildet usw.

Schon Jesus erwartete von seinen Zuhörerinnen und Zuhörern Perfektion. Er drückte das folgendermaßen aus: „Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“ Das von mir vorgestellte Buch weist Wege zur geistlichen Perfektion, zur Vollkommenheit auf. Doch was sind das für Wege? Pater Jean-Pierre de Caussade schlägt vor, dass sich die menschliche Seele in jedem (!) Augenblick bedingungslos Gottes Führung hingibt und in Allem seinem Willen folgt. Die Vergangenheit ist vorüber und die Zukunft noch nicht da. Also lässt sich nur jetzt in diesem Augenblick an der Vollkommenheit arbeiten. Jetzt! Das heißt, immer wieder jetzt einverstanden zu sein mit Gottes Fügungen und den Prüfungen des Lebens. Anstatt sich zu oft mit Enttäuschungen und Fehlern aus der Vergangenheit zu befassen oder in der Angst vor den Aufgaben der Zukunft zu leben, konzentriere sich die Seele auf die Umstände im Jetzt. Was ist jetzt der Wille Gottes?

Die Gnade und Liebe Gottes wirkt stets auf den Menschen ein, mit dem Ziel, ihn ganz und gar vollkommen zu machen. Wer sich dieser Einwirkung in Treue hingibt, kann dauernden Frieden genießen, gleich wie die äußeren Umstände sind.

„Es ist kennzeichnend für diese Hingabe, dass sie immerfort ein geheimnisvolles Leben führt. Indem sie die gewöhnlichen, natürlichen und rein zufälligen Gegebenheiten des Alltagsgeschehens benützt, empfängt sie von Gott ungewöhnliche und wunderbare Gaben. Die schlichteste Predigt, die gewöhnlichste Unterhaltung, das einfältigste Buch kann für solche Seelen kraft Gottes Anordnung zu einem Quell tiefster Einsicht und Weisheit werden. Darum heben solche Seelen sorgfältig die Brosamen auf, über die starke Geister hinwegschreiten. Alles ist für sie kostbar; alles bereichert sie. Sie haben eine unaussprechliche Bereitschaft für alles und jedes und vernachlässigen nichts, sondern achten alles und ziehen ihren Nutzen daraus:“ (Zweites Buch, Kap 4, § 4)

Jean-Pierre de Caussade lebte 1675-1751 in Frankreich, trat mit 19 Jahren in den Jesuitenorden ein, wirkte nach seiner Priesterweihe als Gymnasiallehrer, danach besonders als Prediger, Exerzitienleiter und Beichtvater. Die „Hingabe an Gottes Vorsehung“ basiert zunächst auf Brieffragmenten und gehört zu den meistgelesenen geistlichen Texten für die Jahrzehnte nach der Erstausgabe 1860 in Frankreich und im deutschen Sprachraum und ist damit auch eine reich gefüllte geistliche Schatzkammer für das 21. Jahrhundert. Caussade stellt sich mit seiner „Hingabe an Gottes Vorsehung“ gegen den Säkularismus, Materialismus und Konsumismus unserer Tage und fragt nach unserer ganz persönlichen Gottesbeziehung!

Michael König, Pfarrer


Drei tolle Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe

Mein Name ist Armin Krieger und ich bin Tubist beim Musikverein Blau-Weiß Quadrath-Ichendorf. Als kulturell Interessierter unterstütze ich zusätzlich den hiesigen Heimatverein und bin auch eines der Gründungsmitglieder des KulturWerks Quadrath-Ichendorf.  In einer der Redaktionssitzungen von ‚Mein Quadrath-Ichendorf‘ wurden die Anwesenden gebeten, einige ihrer Lieblingsbücher vorzustellen. Weil ich auch Teilnehmer im Lit.Treff der Bergheimer Bibliothek bin, könnte ich Bücher wie z. B. ‚Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster‘ von Susann Pasztor oder ‚Würde‘ vom Hirnforscher Gerald Hüther empfehlen, stelle jedoch lieber drei spannende Abenteuerromane vor.


washington blackMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Washington Black


Autorin: Esi Edugyan

erschienen im Eichborn Verlag

‚Washington Black‘ von Esi Edugyan (geb. 1978 mit ghanesischen Vorfahren) ist ein leicht zu lesender Roman, dessen Geschichte im zeitlichen Ablauf konsistent ist.

Die Kanadierin Esi Edugyan beschreibt in ihrem Roman unvergessliche Szenen und verfasste so einen beglückenden Reisebericht, der an Jules Verne erinnert. Die Geschichte des schwarzen Sklavenjungens Washington Black, Wash genannt, beginnt auf Barbados im Jahre 1830, wo er auf einer Zuckerrohrplantage unter unmenschlichen Bedingungen schuften muss. Sein Glück beginnt, als er aufgrund seiner Zeichenkünste zum Leibdiener Christopher Wildes, dem Bruder des brutalen Plantagenbesitzers, ausgewählt wird. Titch, so nennen alle den Bruder des Plantagenbesitzers, ist Erfinder, Entdecker, Naturwissenschaftler – und erklärter Gegner der Sklaverei.

In einem selbst gebauten Luftschiff entkommt das ungleiche Paar von der Plantage, wobei Wash jedoch verletzt wird. Damit beginnt eine abenteuerliche Flucht, die die beiden um die halbe Welt führen wird. Dabei beschreibt die Autorin ausführlich Washs Gefühle bezgl. der technischen Auswirkungen (Flamme, Gestank, Geräusche usw.) bei der Flucht im Cloud Cutter, dem Wolkenkutter. Natürlich wird Wash auch in Virginia per Steckbrief gesucht – Belohnung 1.000 Pfund – doch das hindert ihn nicht an seiner Weiterreise mit Titch nach Alaska.

Knapp dem Erfrierungstod entronnen, lässt Wash sich am kanadischen Bedford-Becken nieder, wo er wieder zu zeichnen beginnt – der zwischenzeitlich wohl verstorbene Titch hatte ihn dafür bewundert. Hier trifft Washington auf Tanna Goff, eine Weiße, der er Malunterricht gibt und in die er sich verliebt. Mit ihr reist er nach England, wo er u. a. die Hinrichtung zweier Männer miterlebt, die ihn, den Sklavenjungen, gesucht hatten. Sie waren anscheinend straffällig geworden, da ihr Geschäftsmodell, die Kopfgeldjagd, mit Abschaffung der Sklaverei hinfällig geworden war. Schließlich trifft er mit Tanna in Amsterdam seinen verstorben geglaubten Wohltäter und Freund Titch wieder.

Armin Krieger

Leseprobe


die abenteuerliche reiseMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Die abenteuerliche Reise des Pieter van Ackeren in die Neue Welt


Autor: Meinrad Braun

erschienen im enoms Verlag

Die abenteuerliche Reise des Pieter van Ackeren in die Neue Welt, verfasst von Meinrad Braun, wohnhaft in Mannheim, beschreibt farbenprächtig das Leben auf See, in Surinam und Amsterdam.

In diesem historischen Roman beschreibt der ärztliche Psychotherapeut Meinrad Braun die Flucht des jungen Pietisten Pieter van Ackeren aus Amsterdam. Um 1701 einer Anklage wegen Ketzerei zu entgehen, macht dieser sich auf den beschwerlichen Weg in die überseeische holländische Kolonie Suriname. Auf seiner Reise begegnet er nicht nur Seemännern und Sklavenhändlern, Indianern und Wissenschaftlern, sondern auch der Malerin Maria Sibylla Merian. Obwohl es sich um einen Roman handelt, ist die frei erfundene Handlung in ein historisches Umfeld eingebettet; einige Personen, wie beispielsweise Maria Sibylla und Dorothea Merian, Ereignisse, Zeitangaben und Schreibweisen sind historisch belegt.

In seinem Roman beschreibt der Autor nicht nur Abenteurer, Psalmensänger und Naturforscher, sondern auch die überbordende, reichhaltige Natur des Südamerikanischen Kontinents. Im Ton an klassische Vorlagen von Stevenson oder Melville anknüpfend, liefert der Autor bildstarke Beschreibungen der Tier- und Pflanzenwelt Surinams und Venezuelas, erzählt von Begegnungen mit roher Gewalt, aber auch von der großen Liebe, die ihm sein Glaube jedoch verbietet. Auf seiner tollkühnen Reise und der lebensverändernden Suche nach sich selbst, ändert sich aber des Protagonisten Einstellung. Ebenfalls wird die damalige Feindschaft zwischen Spanien und den Niederlanden angesprochen, die sich natürlich auch in den Kolonialgebieten fortsetzte. Aber auch die nicht auf Europa begrenzte engstirnige Religiosität der Pietisten, Papisten und Juden und ihr Sendungsbewusstsein wird thematisiert.

Armin Krieger

Leseprobe

 


azazelMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Azazel


Autor: Youssef Ziedan

erschienen im Luchterhand Literaturverlag

‚Azazel‘ von Youssef Ziedan, einem Professor für Islamische Philosophie mit Schwerpunkt Sufismus, ist lt. The Guardian der würdige Gewinner eines Literaturpreises, der weltweit den Zugang zu arabischer Literatur fördert

In Ägypten war dieser Roman über das abenteuerliche Leben eines frühchristlichen Mönchs sofort nach seinem Erscheinen ein Bestseller. Dieser lesenswerte Roman ist ein Plädoyer für eine undogmatische, lebensbejahende Religiosität und löste große Kontroversen aus. Die Koptisch-Orthodoxe Kirche forderte (vergeblich) ein Verbot des Buches, muslimische Scheich protestierten gegen den Autor. Als Direktor der Handschriftenabteilung der Bibliothek von Alexandria beschäftigt dieser sich natürlich u. a. damit, wie der Übergang von der ‚alten‘ zur christlichen Religion stattfand, weiß daher, wovon er schreibt.

Nach einem abenteuerlichen Leben schreibt der koptische Mönch Hypa seine Erinnerungen nieder, um Rechenschaft abzulegen: Über seine eigenen Verfehlungen, die der frühchristlichen Kirche und vielleicht sogar der Gläubigen überhaupt. Geboren im südlichen Ägypten, ist Hypa noch mit dem Glauben an die alten ägyptischen Götter aufgewachsen. Als junger, christlicher Mönch studiert er später Medizin, begibt sich auf Wanderschaft und gerät mitten in die leidenschaftlichen theologischen Auseinandersetzungen, die im fünften Jahrhundert die Kirche erschüttern.

In Alexandria erlebt Hypa, zu welch grausamer Gewalt Christen fähig sind; in den Höhlen am Toten Meer betet er um Erleuchtung und Erlösung von seinen Seelenqualen; in Palästina sucht er auf den Spuren von Jesus nach den Wurzeln des wahren Glaubens. Er lernt auch Nestorius, Bischof von Jerusalem, kennen, der später als Bischof von Konstantinopel wegen widerstreitender theologischer Auffassungen exkommuniziert wird. Schließlich schreibt er in einem abgeschiedenen Kloster zwischen Antiochia und Aleppo auf, was ihm alles widerfahren ist.

Dabei ist auch von Oktavia, der schönen alexandrinischen Heidin, sowie von Martha, einer jungen christlichen Chorsängerin, die ihn beide fast von seinem Wege abgebracht hätten, die Rede. Aber auch Azazel, der Teufel, der ihn immer wieder zaudern und zweifeln und sündigen lässt meldet sich stets. Letztendlich nötigt er ihn zur Niederschrift und behauptet dabei, ein Teil von Hypa selbst zu sein.

Armin Krieger

Leseprobe


der RabbiMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Rabbi Small


Autor: Harry Kemelman

erschienen im Unionsverlag

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Ich liebe Krimis. Nicht die, die brutal daherkommen – nein eher die ruhigen, pfiffigen, anheimelnden mit Charme, die einem auch ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Deshalb hab ich im Nachgang zu den Jüdischen Kulturwochen 2021 ein kleines Schmankerl rausgesucht.

Der US-amerikanische Schriftsteller Harry Kemelman  (*1908 †1996,) Sohn russisch-jüdischer Einwanderer, wurde durch die Reihe seiner Rabbi-Small-Krimis berühmt.

Der Morde aufklärende Amateurdetektiv David Small, der in einer jüdischen Gemeinde an der amerikanischen Ostküste Rabbiner ist, lässt uns nicht nur an spannenden Kriminalgeschichten teilhaben, sondern erklärt nebenbei dem Leser die jüdischen Tradition und Denkweise.

Man taucht in den alltäglichen, jüdischen Alltag einer konservativen amerikanischen Gemeinde ein. Rabi Small’s Spezialität ist eine talmudische Methode, feinste Unterschiede zu erkennen und er kommt dadurch der Wahrheit auf die Spur.

Er hilft immer wieder  seinen „Schäfchen“ aus der Patsche und ist eigentlich ein bisschen wie „Pater Brown“

Schon die Wahl der Titel der Krimireihe ist vielversprechend:

  • Am Montag flog der Rabbi ab.
  • Am Dienstag sah der Rabbi rot.
  • Am Mittwoch wird der Rabbi nass.
  • Der Rabbi schoss am Donnerstag.
  • Am Freitag schlief der Rabbi lang.
  • Am Samstag aß der Rabbi nichts.
  • Am Sonntag blieb der Rabbi weg.

Diese Titel mit Rabi Small durch eine kriminelle Woche wurden in 2015 als Taschenbuch neu aufgelegt. Wenn man das Glück hat und die Kassette mit den Taschenbüchern von 1990 gebraucht erhält, sind folgende Bände noch dabei

  • Ein Kreuz für den Rabbi.
  • Eines Tages geht der Rabbi.
  • Quiz mit Kemelman

Jetzt stellt sich für den Leser die Frage, mit welchem Wochentag fangen wir an?  Die meisten von uns würden wahrscheinlich den Montag wählen... Rabbi Small würde sagen: ich wähle den Freitag.

Harry Kemelman kommt mit diesem Krimi das Verdienst zu, eine der ersten richtigen Milieustudien mit einer Krimihandlung verbunden zu haben.

Es geht um Kredithaie, Streitigkeiten, Nachbarschaftszickereien, Familienzwist, Freundschaften, Antisemitismus, Feiertage, Beerdigungen, Machtspielchen, leere Gotteshäuser, Bomben und und und, eigentlich wie überall -  um das tägliche Leben mit allen seinen Tücken und Fallstricken.

Was uns heute mit den Venedig-Krimis von Donna Leon Normalität im Umfeld von Raub, Totschlag und Mord zu sein scheint, war in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts noch keine Selbstverständlichkeit.

Das Genre "Krimi" entstand aus der Detektivgeschichte, wo die Handlung nichts, das Milieu ebenso wenig und die Aufklärungsarbeit alles war - bei Rabbi Small ist es anders. Der Leser nimmt an seinem Leben teil, an Freude aber auch an seinen Sorgen, seinen Nöten und Ängsten – lernt wie er denkt und die Aufklärung des Kriminalfalles ist eigentlich ein Nebeneffekt.

Gabriela Wejat-Zaretzke


kölner reliquienMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Kölner Reliquien


Autoren: M. Becker-Huberti und Konrad Beikircher

erschienen im J.P. Bachem Verlag

Vielleicht ist die Vorweihnachtszeit ja besonders geeignet, um sich einmal mit einem kirchlichen Thema zu befassen. Autoren dieses Buches sind Prof. Becker-Huberti, Theologe und langjähriger Pressesprecher des Erzbistums Köln sowie der Kabarettist Konrad Beikircher. Schon der etwas flapsige Untertitel „Heilige Knöchelchen schräg betrachtet“ zeigt, dass in den 22 Kapiteln des Buches die Geschichte(n) der Reliquien insbesondere in Köln und Umgebung sowie ihre Bedeutung für die Gläubigen gestern und heute in höchst unterhaltsamer Weise präsentiert werden.

Mit den „Knöchelchen“ ist natürlich die Königsklasse der Reliquien gemeint, die Gebeine der Seligen und Heiligen. Zwei von ihnen sollen hier beispielhaft genannt werden: Die hl. Ursula, die wegen ihres Glaubens zusammen mit ihren 11 (in typisch kölscher Übertreibung 11.000) Gefährtinnen von den Hunnen getötet wurde und deren Gebeine in der gleichnamigen Kirche in der „Goldenen Kammer“ zusammen mit tausenden anderen Knochen ausgestellt sind. So hat sie es in Köln geschafft, zur Stadtpatronin zu werden, symbolisiert durch die 11 kleinen Flämmchen im Kölner Stadtwappen.

Oder St. Petrus Martyr (Petrus von Verona), Schutzheiliger der Bierbrauer und Namensgeber für das „Pittermännchen“, dessen Leib sich nach der Heiligsprechung schlicht verdoppelt hatte, wobei die vier Hände offenbar nicht nur insgesamt 20 Finger hatten, denn der 30. Finger liegt in Köln.

Von den wichtigsten Personen des Neuen Testaments – Jesus und Maria – gibt es naturgemäß keine leiblichen Reliquien, denn sie sind ja in den Himmel aufgefahren. Hier hilft aber die 2. Liga der Reliquien – die Berührungsreliquien. So gibt es wortwörtlich zu jeder in den Evangelien geschilderten Handlung Jesus Reliquien. Angefangen von seinen Kleidern (der sog. Heilige Rock liegt bekanntlich in Trier) bis zu den Kreuznägeln, dem Essigschwamm und der Lanze. Besonders beliebt sind „Splitter vom wahren Kreuz“. 51 Kölner Kirchen rühmen sich dafür. Rechnet man das auf die Weltkirche hoch, ließen sich wohl ganze Wälder von Kreuzen zusammensetzen. Doch auch für die leiblichen Jesus-Reliquien haben die Gläubigen eine Lösung gefunden: das sanctum praeputium (bitte googeln), da Jesus ja bekanntlich Jude war. Von diesem Teil gab es 13 (!) auf der ganzen Welt, die leider allesamt verschwunden sind.

Dazu – außerhalb dieses Buches – eine Geschichte, die zu schön ist, um hier nicht erzählt zu werden: Als Harun al-Raschid 802 Kaiser Karl den Großen besuchte, brachte er als Gastgeschenk den Elefanten Abul Abbas mit. Jetzt musste dringend ein gleichwertiges Gegengeschenk her. So überreicht Karl seinem Gast das Sanctum Praeputium. Und auf die Frage, woher er das denn jetzt so schnell bekommen hätte, antwortete er, das habe ihm in der letzten Nacht ein Engel im Traum überreicht.

Aber jetzt zum Kölner Highlight, den Hl. drei Königen, die nicht einmal in der Bibel so genannt werden. Selbst die Zahl „drei“ wird dort nicht erwähnt. Lediglich im Matthäus- Evangelium tauchen plötzlich eine unbekannte Anzahl von „Weisen“ auf, die auch wieder im historischen Nichts verschwinden. Völlig unklar, wie deren Knochen „aus dem Morgenlande“ nach Mailand gekommen sein sollen. Dort wurden sie dann – zum höchsten Erstaunen der Mailänder selbst, die bis dahin gar nicht wussten, dass sie diese Gebeine besaßen - während eines Feldzuges von Kaiser Barbarossa gestohlen und vom Kölner Erzbischof Rainald von Dassel auf verschlungenen Wegen nach Köln gebracht wurden. Zu „Königen“ wurden die Drei erst mehrere Hundert Jahre nach Christus, später erhielten sie auch ihre heute geläufigen Namen, und dann wechselte der dritte König auf den Gemälden auch noch seine Hautfarbe in schwarz. Jetzt erst stimmte die Symbolik: Die drei Könige standen für die drei damals bekannten Erdteile und auch die drei Altersklassen (alt, mittelalt und jung) unterstrichen die theologische Aussage: „Die ganze Welt betet den Herrn an.“

Die politische Bedeutung der drei „Könige“ kann aber gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Denn der französische König hatte in der Pariser Sainte Chapelle die Dornenkrone Christi (sehr wichtig, aber „nur“ eine Sekundärreliquie). Das konnte der deutsche Kaiser nun toppen mit den Gebeinen der drei „Könige“, die Jesus als erste angebetet hatten. Die weitere Geschichte ist bekannt: Die Pilgerströme nach Köln wurden so groß, dass der alte Dom zu klein wurde. Folglich wurde 1248 der Grundstein für den heutigen, „neuen“ Dom gelegt.

Auch wenn man vielleicht nachvollziehen kann, dass die katholische Kirche die Reliquien der drei Könige nicht „entzaubern“ will, ist - zumindest aus meiner Sicht - nicht zu begreifen, dass die Kirche einem teilweise himmelschreienden Reliquien-Unsinn keine Grenzen gesetzt hat. Dazu zählen m.E. Jesus Windeln, Holz von der Krippe, Tropfen der Muttermilch Marias, Tonkrüge von der Hochzeit zu Kana oder Brotreste aus der wundersamen Brotvermehrung usw. (alles in Kölner Kirchen vorhanden!). TOP 1 dieser schrägen Liste ist aber ein Klumpen des Tons, aus dem Gott Adam erschaffen hat. Holla die Waldfee, da muss man erst mal drauf kommen! Trotzdem hat es niemand über das Herz gebracht, diesen mit Sicherheit profanen Klumpen einfach mal zu entsorgen. Aber vielleicht ist ja doch etwas daran??? Denn wie heißt es in Köln so schön: „Et jitt nix, watt es nit jitt!“

Viel Vergnügen bei der Lektüre!

Dieter Sauer


das rote adressbuchMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Das rote Adressbuch


Autorin: Sofia Lundberg

erschienen im Goldmann Verlag

Es gibt Bücher, in die man eintauchen kann und die Welt um sich herum für eine Weile vergisst. So ging es mir mit dem Roman „Das rote Adressbuch" von Sofia Lundberg. Ich lese eigentlich bevorzugt Krimis oder historische Romane, also hat mir eine sehr liebe Freundin dieses Buch geschenkt, um mein Interesse für andere Genres zu wecken, das ist ihr gelungen, danke Claudia.

Doris ist alt, sehr alt und ihre Kraft schwindet. Ihr Kopf ist allerdings noch so klar wie früher und sie beginnt, die Erinnerungen an ihr langes und wechselvolles Leben anhand ihres roten Adressbuchs für ihre geliebte Nichte niederzuschreiben. Die junge Autorin Sofia Lundberg wechselt zwischen den Erinnerungen an Doris Leben und den aktuellen Ereignissen der letzten Lebenstage der alten Doris und schafft es dabei, sich in die jeweilige Gefühlslage zu versetzen. Ich habe selten ein so berührendes Buch gelesen.

Ein Zitat, das ich gerne Jedem ans Herz legen möchte lautet: Ich wünsche dir von allem genug, genug Sonne, die Licht in deine Tage bringt, genug Regen, damit du die Sonne schätzen kannst, genug Glück, das deine Seele stärkt, genug Schmerz, damit du auch die kleinen Freuden des Lebens genießen kannst und genug Begegnungen, damit du Abschiede besser verkraften kannst.

Susanne Winand

Leseprobe

 

 

 

 


ein baum waechst in brooklyn 9783458177203 coverMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Ein Baum wächst in Brooklyn


Autorin: Betty Smith

erschienen im Insel Verlag

Ich bin eine riesige Leseratte. Ich lese ca. 20-30 Bücher im Jahr und habe ständig ein neues Lieblingsbuch.

Gerade habe ich das Buch "Ein Baum wächst in Brooklyn" von Betty Smith gelesen und war begeistert.

Das Buch ist vor über 70 Jahren geschrieben worden. Und trotzdem ist es irgendwie sehr aktuell. Die Probleme von Familien und Kindern heute sind auf den ersten Blick anders. Aber wenn man genauer nachdenkt, geht es früher wie heute nur um die wichtigsten Grundbedürfnisse: Essen, Wohnen, Liebe und Bildung.

Das Buch handelt von Francie, einem Mädchen, das vor über 100 Jahren mit seiner Familie in einem Stadtteil der amerikanischen Stadt New York aufwächst. Sie sind sehr arm, die Familie hat jeden Tag Angst, nicht genug zu essen zu haben. Aber die Mutter schafft es, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Und sie haben auch ein bisschen Glück, weil ihnen andere Menschen helfen. Francie kämpft sich durch und in ihr Leben hinein. Sie hat ein Ziel: EIn gutes und glückliches Leben zu führen. Und sie schafft es, das kann ich verraten. Sehr empfehlenswert!

Astrid Tjong Ayong

Leseprobe

 

 

 

 

 


Cover PrinzessinnenJUNGSMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

PrinzessinnenJUNGS


Autor: Nils Pickert

erschienen im Beltz Verlag

Jungs sind wild und lieben es zu kämpfen. aber auf gar keinen Fall mögen Jungen pink und Glitzer, Puppen oder gar Kleider und Röcke. Zumindest ist das die gesellschaftlich anerkannte Meinung was Jungen und Mädchen voneinander trennt. Damit räumt der Journalist, Feminist und Vater in seinem Buch auf.

Auf dem Cover ist er mit seinem Sohn zu sehen, der so gar nicht in die gesellschaftlichen Normen passt, da sein Lieblingskleidungsstück ein pinkes Kleid ist. Mit deutlichen Worten, aber ohne dabei belehrend zu werden, erklärt Pickert wie Erziehung ohne Geschlechterklischees funktioniert. Noch mehr, er blickt hinter die Masken der Erwachsenen und Heranwachsenden und zeigt so auf, warum es für eine friedliche und gerechte Welt wichtig ist, Kinder sich frei entfalten zu lassen. Junge/Mann sein darüber zu definieren, dass sie ja kein „Mädchen“/ keine Frau sind, schadet nicht nur Mädchen und Frauen, sondern auch den Jungen und Männern selber.

Natürlich muss nicht jeder Junge jetzt pinke Kleider tragen, aber ein Anfang wäre schon, wenn wir Erwachsenen aufhören Kleidung und Spielsachen in die Kategorien „Mädchen“ und „Jungen“ zu unterteilen und den Kindern dann von angeblich unpassenden Dingen abzuraten. Der Sohn wünscht sich eine pinke Einhorntrinkflasche zu Weihnachten? Das ist kein „Mädchending“, sondern garantiert strahlende Augen, wenn der Nachwuchs das gewünschte Geschenk auspackt.

Ich habe dieses Buch geliebt und noch viel Neues gelernt. Für mehr Frieden auf Erden.

Nicole Garten-Dölle

Das Buch gibt es in der Bergheimer Bücherei zum Ausleihen.

Leseprobe 

 

 


ein angesehener mannMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Ein angesehener Mann


Autor: Abri Mukherjee

erschienen im Heyne Verlag

Indien nach dem ersten Weltkrieg bietet den exotischen Schauplatz für die Krimireihe des Autors Abir Mukherjee um Captain John Wyndham, einen britischen Ermittler, der gegen seine Opiumsucht und das Verbrechen in der Stadt Kalkutta gleichermaßen kämpft und seinen indischen Kollegen Banerjee Surendranath, genannt Surrender-not. Der Autor beschreibt aus der Sicht des Briten das pulsierende Leben in der indischen Stadt, in der die Kolonialherren ( noch ) das Sagen haben. Im Verlauf der drei bisher erschienenen Bücher wird immer deutlicher, dass die Inder sich die Bevormundung nicht mehr lange gefallen lassen werden und das Leben der Briten immer gefährlicher wird.

Mukherjee gelingt es, die unterschiedliche Sicht der Europäer und der Inder auf das Kolonialwesen zu beschreiben, besonders die Figur des Surrender-not zeigt deutlich den Zwiespalt eines „Eingeborenen", der für die „Besatzer" arbeitet und im Grunde als Vermittler zwischen den Kulturen nirgendwo dazu gehört. Die zu lösenden Kriminalfälle sind ebenfalls sehr spannend und so kann ich die Krimireihe empfehlen, ich hoffe, sie wird bald fortgesetzt.

Bisher sind im Heyne Verlag die Titel Ein angesehener MannEin notwendiges Übel und Eine Handvoll Asche erschienen.

Susanne Winand

Leseprobe

 

 

 

 


Eine kurze Geschichte der MenschheitMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Eine kurze Geschichte der Menschheit


Autor: Yuval Noah Harari

erschienen im Pantheon Verlag

Vor 1000.000 Jahren war der Homo sapiens noch ein unbedeutendes Tier, das unauffällig in einem abgelegenen Winkel des afrikanischen Kontinents lebte. Unsere Vorfahren teilten sich den Planeten mit mindestens fünf weiteren menschlichen Spezies und die Rolle, die sie im Ökosystem spielten, war nicht größer als die von Gorillas, Libellen oder Quallen. Vor 70.000 Jahren dann vollzog sich ein mysteriöser und rascher Wandel mit dem Homo sapiens und es war vor allem die Beschaffenheit seines Gehirns, die ihn zum Herrn Planeten und zu Schrecken des Ökosystems werden ließ.

Das Buch zeigt ein sehr guter Überblick über die gesamte Evolution und Menschheitsgeschichte. Der Autor betrachtet die Menschheit in einer objektiven Weise, wie sie die Natur und Tieren beherrscht und zerstört haben. Die Geschichte über die Menschheit und wurden kurz und bündig mit vielen Details wiedergegeben. Die Betrachtungsweise der Menschheit hat mir sehr gut gefallen. Daher empfehle ich allen das informative und interessante Buch zu lesen.

 

 

 

 

 


unsere seelen bei nachtMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Unsere Seelen bei Nacht


Autor: Kent Haruf

erschienen im Diogenes Verlag

"Unsere Seelen bei Nacht" spielt in einer fiktiven amerikanischen Kleinstadt auf dem Lande, in der die beiden Hauptpersonen ihr Leben verbracht haben. Nachdem sie beide verwitwet sind, entwickelt sich langsam eine ganz zarte Liebesgeschichte zwischen ihnen, die aber von der Umwelt, den Nachbarn und erwachsenen Kindern argwöhnisch beobachtet und kritisiert wird. 

Sehr schön, sensibel und einfühlsam wird in dem Buch beschrieben, wie sich auch noch im Alter eine Liebesgeschichte mit allem Schönen und allen Schwierigkeiten ergeben kann.

Ich fand das Buch sehr schön und lesenswert!

Uta Köpke

Leseprobe

 

 

 

 

 


Ostfriesen killerMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Ostfriesen KILLER


Autor: Klaus-Peter Wolf

erschienen im Fischer Verlage

Die Nordsee mit ihren idyllischen Orten zwischen Emden und Wilhelmshaven bilden die Kulisse für die Ostfriesen-Reihe des Autors Klaus-Peter Wolf um die Ermittlerin Ann Kathrin Klaasen und ihre Kollegen.

Gleich der erste Fall mit dem Titel Ostfriesen KILLER wartet mit einer Mordserie auf, die das Idyll der netten Ferienregion in einem anderen Licht erscheinen lässt. Ann Kathrin Klaasen, eine ehrgeizige Hauptkommissarin der Polizeiinspektion Aurich, hat schon privat mit Problemen zu kämpfen, vom Mann verlassen, der den einzigen Sohn gleich mit zu seiner neuen Lebensgefährtin nimmt und den geliebten Vater bei einem Polizeieinsatz verloren, nun jagt sie einen grausamen Serienkiller, der Mitglieder des Vereins „Regenbogen" tötet.

Die Ostfriesenkrimis leben vom Lokalkolorit und den Charakteren, die der Autor sehr lebendig schildert. So gibt es den väterlichen Freund und Vorgesetzten Ubbo, der eine Leidenschaft für Marzipanseehunde hat, den von Neid zerfressenen Rupert, der ihr die Erfolge missgönnt und seinen Anteil an der Lösung der Fälle nicht ausreichend gewürdigt sieht und den netten Kollegen Frank Weller, der Alles für Ann Kathrin tun würde, nicht nur, weil er in sie verliebt ist.

Inzwischen sind im Fischerverlag bereits 16 Krimis mit Ann Kathrin Klaasen erschienen und einige wurden erfolgreich verfilmt. Obwohl sich die Filme eng an die Romanvorlage halten, empfehle ich als Bücherfan natürlich, erst den Roman zu lesen und dann die Filme zu schauen. Viel Spaß bei der spannenden Mörderjagd an der Nordsee.

Susanne Winand

Leseprobe

 


don camilloMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Don Camillo und Peppone


Autor: Giovannino Guareschi

erschienen im Rowohlt Verlag

Italien, irgendwo in der Poebene. Wir befinden uns in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg. Das fiktive Dorf Boscaccio ist die Bühne der Streitereien zwischen dem schlagkräftigen Priester Don Camillo und dem kommunistischen Bürgermeister Giuseppe Bottazzi, genannt Peppone, um die Lösung der sozialen Probleme ihrer Zeit, insbesondere um die Verbesserung der Lebensumstände der Arbeiter im Ort. In der kleinen Dorfgemeinschaft spiegelt sich die Entwicklung der Weltpolitik hin zum kalten Krieg wider.

don_camillo.pngIn seinem Episodenroman „Don Camillo und Peppone“, dem ersten Band einer Reihe, lässt uns der italienische Schriftsteller Giovannino Guareschi am Wirken seiner zwei Protagonisten, die politische Rivalen und doch tief verbundene Freunde sind, teilhaben. Die heiteren Geschichten, in denen es zuweilen auch recht derbe zugeht, zeugen von der tiefen Liebe des Autors zu den Menschen der Bassa Padana, denn meistens enden die Geschichten versöhnlich.

So verlangt Peppone von Don Camillo, dass er seinen Sohn auf den Namen Lenin tauft. In der zuletzt auch mit Fäusten geführten Diskussion unterliegt Peppone und ändert seine Meinung. Sein Sohn solle nun auf den Namen Camillo getauft werden. Don Camillo tauft den Jungen schließlich auf den Namen Libero Camillo Lenin.

Unter den vielen Büchern, die mir sehr ans Herz gewachsen sind, ist es das Buch, das ich mit der Weihnachtszeit verbinde. Dafür sind sicher auch die wunderschönen Filme mit Fernandel als Don Camillo und Gino Cervi als Peppone, die früher regelmäßig zur Weihnachtszeit liefen, verantwortlich. Es ist aber vor allem die tiefe Menschlichkeit, die aus den Geschichten herausstrahlt.

Ein Buch für gemütliche Lesestunden am Kamin, wenn es draußen usselig ist.

Claus Wallat


als ich ein kleiner junge warMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Als ich ein kleiner Junge war


Autor: Erich Kästner

erschienen im Atrium Verlag AG

»In diesem Buch will ich Kindern einiges aus meiner Kindheit erzählen. Nur einiges, nicht alles. Sonst würde es eines der dicken Bücher, die ich nicht mag, schwer wie ein Ziegelstein, und mein Schreibtisch ist schließlich keine Ziegelei.«

Erich Kästner erzählt von alltäglichen, lustigen, aber auch nachdenklich stimmenden Erlebnissen aus seiner Zeit als Großstadtjunge in Dresden. 

Das Buch endet mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges, den Kästner, der damals 15 Jahre alt war, später als das Ende seiner Kindheit bezeichnete.

»Manches, was man als Kind erlebt hat, erhält seinen Sinn erst nach vielen Jahren. Und vieles, was uns später geschieht, bliebe ohne die Erinnerung an unsre Kindheit so gut wie unverständlich.«

In seinen Nachwort zu seinen Kindheitserinnerungen schreibt er: »Die Monate haben es eilig. Die Jahre haben es eiliger. Und die Jahrzehnte haben es am eiligsten. Nur die Erinnerungen haben Geduld mit uns. Besonders dann, wenn wir mit ihnen Geduld haben«

Dieses Buch ist 1957 als Kinderbuch erschienen, aber auch für Erwachsene eine Lesereise wert.

Jens Kiethe

Leseprobe


Bücher sind treuMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Bücher sind treu


Geschenk-Tipp für Vielleser

erschienen im Verlag Atlantik

Heute möchte ich ein ungewöhnliches Buch empfehlen, mit dem mir meine Schwägerin eine große Freude gemacht hat, danke Gugu!

Ich lese gerne und ich lese recht viel, denn neben Geschenken und selbst gekauften Büchern bekomme ich immer wieder über die Portale vorablesen.de und penguinrandomhouse.de/testleser neue Bücher, die ich dann auf den Plattformen und bei verschiedenen Onlinehändlern bewerte. So hat sich inzwischen eine bunte Mischung aus Krimis, Historienromanen, Sachbüchern und Literatur angesammelt und es ist wirklich schade, dass ich nur selten die Zeit finde, besonders schöne Bücher erneut zur Hand zu nehmen.

Eine wunderbare Erinnerung an diese Bücher bietet „Bücher sind treu" aus dem Verlag Atlantik, ein Büchertagebuch, in dem ich 50 Bücher eintragen kann, die ich gelesen habe. Natürlich könnte ich auch einfach eine Exeltabelle anlegen, aber das Buch bietet noch viel mehr. Gleich zu Beginn findet man Die Rechte des Lesens von Daniel Pennac, eine Art 10 Gebote für Leser. Außerdem sind am Ende jeden Eintragsbereichs Zitate berühmter Personen, die sehr inspirierend sind.

Schon das Cover, angelehnt an ein Zitat von Groucho Marx ( Outside of a dog, a book is a man´s best friend; inside a dog it´s too dark to read ), macht Lust, das kleine Buch zu öffnen. Sie werden erstaunt sein, wie rasch sie die 50 Lieblingsbücher eingetragen haben und ein neues Exemplar von „Bücher sind treu" benötigen.

Susanne Winand

 

 

 

 


sammlung der verlorenen dingeMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge


Autorin: Ruth Hogan

erschienen im Ullstein Buchverlage

Haben sie schon einmal etwas Besonderes verloren? Das kann das Kuscheltier sein, das versehentlich im Bus liegen bleibt, das Halstuch, das die beste Freundin ihnen zum Geburtstag geschenkt hat, das Feuerzeug, das schon der Großvater immer in der Tasche trug und so kann ich die Liste endlos fortsetzen.

Im Roman „Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge" von Ruth Hogan geht es nicht nur um diese Gegenstände. Der Titelheld Mr. Peardew hat nicht nur seine große Liebe verloren, sondern auch ein ganz besonderes Erinnerungsstück. Er beginnt, verlorene Gegenstände zu sammeln, in der Hoffnung, ihre Besitzer zu finden und glücklich zu machen. Als sich sein Leben dem Ende nähert, findet er in Laura eine geeignete Nachfolgerin und so beginnt eine liebenswerte Geschichte mit anrührenden Charakteren und einem ( sicherlich vorhersehbaren ) Happy End. Ruth Hogan ist ein lesens- und liebenswerter Roman gelungen.

Susanne Winand

 

 

 

 

 

 

 


Der Fluch aus den FlammenMein Buchtipp für den Adventskalender 2021 MQI

Die unseligen Könige


Autor: Maurice Druon

erschienen im Fischer Verlag

Wer in Frankreich als Politiker etwas auf sich hält, schreibt einen Roman – manchmal auch einen etwas längeren. So auch Maurice Druon (1918 – 2009). Er war Widerstandskämpfer, Journalist, Abgeordneter der französischen Nationalversammlung und des Europäischen Parlaments sowie Mitglied der Académie Française. Die ersten 6 Bände seines historischen Romanzyklus „Die unseligen Könige“ erschienen zwischen 1955 und 1960. Ein siebter Band wurde 1977 nachgeschoben (den kann man aber gerne auslassen).

Die Romanreihe basiert auf einer Schlüsselszene aus dem Jahre 1314, in der der letzte Großmeister des Templerordens, Jacques de Molay, öffentlich vor der Kathedrale Notre Dame in Paris auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird. Aus den Flammen heraus stößt der Großmeister einen fürchterlichen Fluch aus: Der französische König Philipp IV (der Schöne), Papst Clemens V sowie der Großsiegelbewahrer Guillaume de Nogaret, die als Verbündete den reichen Templerorden aus Neid um dessen Macht und Vermögen in einem Scheinprozess verurteilt und zerschlagen hatten, würden innerhalb eines Jahres sterben. Und die Nachfolger Philipps IV. würden verflucht sein bis ins siebente Glied. Und tatsächlich sind alle drei Männer nach einem Jahr tot.

Bei den folgenden jahrzehntelangen Streitereien und Intrigen um die Thronfolge mischen nicht nur die Franzosen mit, sondern wegen der komplexen personellen Verbindungen zwischen Frankreich und England (so ist die Königin von England die Tochter des verstorbenen französischen Königs / und der englische König ist gleichzeitig Herzog von Aquitanien) auch das englische Königshaus, das nun die französische Krone beansprucht. Sowie - nicht zu vergessen - die katholische Kirche und die Päpste in Avignon. Darunter übrigens auch ein intriganter Papst Johannes XXII, der in einem sehr ungewöhnlichen Konklave (nach einem halben Jahr ohne Ergebnis wurden die Kardinäle eingemauert) gewählt wird.

Schlachten, Verrat, Giftmorde, Intrigen, vertauschte Kinder, Bestechungen, Ehebruch – alles ist dabei, was eine opulente historische Erzählung braucht. Dabei schildert dieser Klassiker des historischen Romans, wie politische Verwicklungen, persönliche Verfehlungen und manchmal auch reine Zufälle den weiteren Verlauf der Weltgeschichte bestimmen und wie die Länder Frankreich und England so nach und nach in den Hundertjährigen Krieg (1337 – 1453) schlittern.

Der 1. Band mit dem bezeichnenden Namen „Der Fluch aus den Flammen“ ist 2007 im Fischer-Verlag in einer Neuauflage als Taschenbuch erschienen; 2008 – nach welcher Logik auch immer – dann der 5.und 6. Doppelband (Lilie und Löwe). Die anderen Bände gibt es – falls das Interesse geweckt wurde – antiquarisch.

Dieter Sauer

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stille 9783458364467 coverHeute ist Heilig Abend und der Adventskalender 2021 wird geschlossen. Der heutige Buchtipp für diesen Tag erscheint schon durch den schlichten Titel passend:

Stille


Ein Wegweiser 

von Erling Kagge

erschienen im Inselverlag

Erling Kagge hat die Welt bereist, war an Nord- und Südpol, auf dem Mount Everest und überall hat er Stille unterschiedlich erlebt. In seinem Buch erzählt er von seinen Erfahrungen, prominente Wegbegleiter schildern ihre Eindrücke und so sind 33 Antworten auf die Frage zusammen gekommen, die uns im oft hektischen Alltag beschäftigt – Was ist Stille?

Das Buch trägt einen schlichten weißen Schutzumschlag, der das Thema Stille besonders gut einfängt. Schaut man jedoch unter diesen Umschlag, zeigt sich ein buntes Bild einer großen Straßenkreuzung und man fragt sich, ob es hier jemals Stille geben kann. Wer die 33 Betrachtungen zum Thema Stille gelesen hat, wir vermutlich seine ganz eigene Antwort auf diese Frage finden.

Die Weihnachtstage sind oft erfüllt von Gesprächen, Singen und frohem Lachen, wenn die Familie zusammen kommt und gemeinsam feiert, manchmal legt sich aber auch eine wohltuende Stille über das Land, wenn der Verkehr ruht, die Geschäfte geschlossen sind und die Hektik des Alltags Pause macht.

Das Redaktionsteam von mein-quadath-ichendorf.de wünscht Allen ruhige und erholsame Feiertage und vielleicht liegt schon der eine oder andere Buchtipp aus unserem Adventskalender unter dem Weihnachtsbaum. Danke für das Interesse.

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