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Schlenderhan2 TeaserSchlenderhan-Vortrag in Gleis11

Köln und der Dom, Paris und der Eiffelturm, Quadrath-Ichendorf und das Gestüt Schlenderhan – ein bisschen weit hergeholt sei dieser Vergleich, glauben Sie?

Immerhin: Bei einer WDR-Umfrage meinten so gut wie alle Quadrath-Ichendorfer Befragten, Schlenderhan sei nun mal das Wahrzeichen des Ortes. Und dass das Gleis11 voll besetzt war beim Schlenderhan-Abend am 6.3.20, spricht für sich.

Astrid Machuj, die Vorsitzende der Bergheimat, und Markus Potes, Chef des Vereins für Geschichte und Heimatkunde Quadrath-Ichendorf, führten durch einen informativen und kurzweiligen Abend. 

 

Drei Themen wurden behandelt: Die Geschichte des Gestüts Schlenderhan, die sagenumwobene Figur des Jan von Werth und die Familie Oppenheim.

Astrid Machuj ist eine große Kennerin des Gestüts. Sie benennt die erste schriftliche Erwähnung des Gestüts (1024), sie weiß vom Rittergeschlecht derer von Schlenderhan (ab 1271 urkundlich), erwähnt, dass die Raitz von Frentzens bei den Schlenderhans seinerzeit eingeheiratet hatten, und zeigt, dass die Probleme des Bergbaus nicht erst in unserer Zeit auftraten: 1774 wurde ein Stollen für den Tagebau gegraben, der Burggraben fiel trocken, die Pfähle, auf denen die Burg standen, faulten, die alte Burg verfiel. Ein neues Schloss musste her, ein „Maison de Plaisance“ im Stil des Barock, so wie wir es heute kennen. 

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Astrid Machuj vor großem Publikum in Gleis11


Dann kam der große Auftritt Jan von Werths. In der Uniform eines Generals des Dreißigjährigen Krieges trat er auf die Bühne von Gleis11. Wer steckte darin? Markus Potes, der mit machtvoller Stimme, teils auf hochdeutsch, teils in breitem rheinischen Dialekt, die ruhmvolle Karriere dieses Reitknechts erzählte, der es bis zum General brachte. Was das mit Schlenderhan und Quadrath-Ichendorf zu tun hat? Die jahrhundertelang aufrechterhaltene Mär, Jan von Werth habe seine Griet am Severinstor in Köln wiedergetroffen, hatte sich als falsch erwiesen: Zwischen Quadrath und Ichendorf kam diese Wiederbegegnung zustande, bei der die Magd Griet es heftig bereute, dass sie seinerzeit dem Pferdeknecht Jan eine Abfuhr erteilt hatte.

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Markus Potes alias Jan von Werth


Astrid Machuj rundete den Abend ab mit einem Abriss der Familiengeschichte Oppenheim, eng verbunden mit Schlenderhan als jahrzehntelange Eigner des Gestüts. Die Bankiersfamilie machte die Zucht von Rennpferden zu einer Erfolgsgeschichte: 18 Siege beim Deutschen Derby, 38 Züchter- und 33 Besitzerchampionate stehen auf der Habenseite. Berühmte Schlenderhan-Pferde waren Oleander (das Denkmal auf der Köln-Aachener-Straße kennen alle Quadrath-Ichendorfer), Priamos, Lombard, Alpenkönig, Monsun. 

Danke an den Quadrath-Ichendorfer Geschichtsverein, der diesen Abend ermöglichte, und vor allem an die beiden Erzähler Astrid Machuj und Markus Potes!

Bernd Woidtke

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